Ratgeber

Arbeitszeit in Excel berechnen – Stunden, Überstunden & Pausen

Lena Schmidt ·10. Juni 2026 ·5 Min. Lesezeit

Ob Stundenzettel, Überstundenkonto oder Projektzeiten: Wer Arbeitszeit in Excel berechnen möchte, stolpert schnell über seltsame Ergebnisse. Plötzlich zeigt die Summe „0:00″ an, obwohl gearbeitet wurde, oder die Nachtschicht ergibt eine negative Zahl. Der Grund liegt fast immer im Zeitformat. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen, wie Sie Stunden, Pausen und Überstunden sauber berechnen – inklusive der kniffligen Schicht über Mitternacht.

So speichert Excel Uhrzeiten

Excel speichert eine Uhrzeit als Bruchteil eines Tages. 24 Stunden entsprechen dem Wert 1. Also ist 12:00 Uhr intern die Zahl 0,5 und 06:00 Uhr die Zahl 0,25. Das ist wichtig zu wissen, denn dadurch können Sie mit Uhrzeiten ganz normal rechnen – Sie müssen nur das richtige Zellformat wählen.

Wenn Sie also Endzeit minus Startzeit rechnen, bekommen Sie die gearbeitete Zeit. Das Problem: Sobald die Summe über 24 Stunden steigt (etwa bei einer Wochensumme), springt Excel zurück auf 0. Die Lösung dafür ist ein spezielles Format, das ich gleich erkläre.

Die Grundformel: Arbeitszeit aus Start und Ende

Angenommen, in Zelle B2 steht der Arbeitsbeginn (08:00) und in C2 das Arbeitsende (17:00). Die gearbeitete Zeit berechnen Sie ganz einfach:

=C2-B2

Das Ergebnis ist 9:00. Formatieren Sie die Ergebniszelle als Uhrzeit (Format hh:mm), damit es richtig angezeigt wird. Steht dort eine seltsame Dezimalzahl, fehlt nur das passende Format.

Das Format [h]:mm – Stunden über 24 anzeigen

Wollen Sie mehrere Tage aufsummieren, brauchen Sie das Format mit eckigen Klammern. Markieren Sie die Zelle, öffnen Sie mit Strg + 1 das Dialogfeld „Zellen formatieren“, wählen Sie Benutzerdefiniert und tragen Sie ein:

[h]:mm

Die eckigen Klammern um das h sagen Excel: „Zähle die Stunden weiter, auch über 24 hinaus.“ Ohne dieses Format würde eine Wochensumme von 40 Stunden fälschlich als 16:00 angezeigt.

Arbeit über Mitternacht – die Nachtschicht

Eine häufige Falle: Die Schicht beginnt um 22:00 und endet um 06:00 am nächsten Morgen. Mit =C2-B2 käme ein negativer Wert heraus (Excel zeigt dann ###). Die saubere Lösung berücksichtigt den Tageswechsel:

=MOD(C2-B2,1)

Die Funktion MOD sorgt dafür, dass aus dem negativen Wert wieder die korrekte Differenz wird – hier 8:00 Stunden. Diese Formel funktioniert übrigens auch für normale Tagschichten, Sie können sie also generell verwenden.

Pausen abziehen

In der Praxis arbeiten die wenigsten ohne Pause. Steht die Pausendauer als Uhrzeit in Spalte D (zum Beispiel 0:30 für 30 Minuten), ziehen Sie sie einfach ab:

=MOD(C2-B2,1)-D2

Manchmal ist die Pause aber in Minuten als Zahl angegeben (etwa „30″). Dann müssen Sie umrechnen, denn 30 Minuten sind in Excel der Wert 30/1440 (ein Tag hat 1440 Minuten):

=MOD(C2-B2,1)-D2/1440

Eine elegante Alternative ist die TIME-Funktion. Damit geben Sie Stunden, Minuten und Sekunden direkt an. Für eine 45-minütige Pause:

=MOD(C2-B2,1)-TIME(0,45,0)

Dezimalstunden für die Lohnabrechnung

Für die Bezahlung brauchen Sie die Arbeitszeit oft als Dezimalzahl: 8 Stunden 30 Minuten sind 8,5 Stunden. Multiplizieren Sie die Zeitdauer dafür mit 24:

=(C2-B2)*24

Formatieren Sie die Zelle als normale Zahl mit zwei Nachkommastellen. So können Sie die Dezimalstunden direkt mit dem Stundenlohn multiplizieren:

=(C2-B2)*24*E2

Dabei steht in E2 der Stundenlohn. Das Ergebnis ist der Tageslohn in Euro.

Überstunden mit IF berechnen

Die meisten Arbeitszeitmodelle kennen eine Soll-Arbeitszeit, zum Beispiel 8 Stunden pro Tag. Alles darüber sind Überstunden. Mit der IF-Funktion prüfen Sie, ob die gearbeitete Zeit über dem Soll liegt. Nehmen wir an, die Netto-Arbeitszeit steht in F2 und die Sollzeit beträgt 8 Stunden (im Zeitformat ist das 8/24):

=IF(F2*24>8,F2*24-8,0)

Diese Formel liefert die Überstunden als Dezimalzahl. Liegt die Arbeitszeit unter dem Soll, ergibt sich 0. Möchten Sie auch Minusstunden erfassen, lassen Sie den IF weg und rechnen einfach die Differenz:

=F2*24-8

Negative Werte zeigen dann an, dass Stunden fehlen. Damit Excel negative Zeiten überhaupt darstellt, sollten Sie mit Dezimalstunden statt mit dem Zeitformat arbeiten, denn das Format [h]:mm kann keine negativen Uhrzeiten anzeigen.

Komplettes Beispiel: Wochen-Stundenzettel

Tag Beginn Ende Pause Netto Überstunden
Montag 08:00 17:00 0:30 8:30 0,50
Dienstag 07:30 16:00 0:30 8:00 0,00
Mittwoch 09:00 18:30 0:45 8:45 0,75

In der Spalte „Netto“ steht jeweils =MOD(C2-B2,1)-D2. Die Wochensumme bilden Sie mit =SUM(E2:E6) und formatieren die Summenzelle als [h]:mm, damit auch 40+ Stunden korrekt erscheinen. Achten Sie darauf, Divisionen abzusichern, falls Felder leer bleiben:

=IFERROR((C2-B2)*24,0)

Fertige Vorlagen statt selbst bauen

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Unsere Stundenzettel-Vorlage für Excel enthält bereits alle Formeln für Pausen, Mitternachts-Schichten und Überstunden – Sie tragen nur noch Ihre Zeiten ein. Wer zusätzlich seinen Arbeits- oder Schulalltag strukturieren möchte, findet in der Stundenplan-Vorlage ein übersichtliches Raster für die Wochenplanung.

Häufige Fehler im Überblick

  • Summe zeigt 0:00: Format auf [h]:mm umstellen.
  • ### in der Zelle: negativer Zeitwert, mit MOD oder Dezimalstunden lösen.
  • Falsche Pausen: Prüfen, ob die Pause als Uhrzeit oder als Minutenzahl vorliegt.
  • Dezimalstunden falsch: Mit 24 multiplizieren und als Zahl formatieren.

Fazit

Die Zeitberechnung in Excel ist kein Hexenwerk, wenn Sie zwei Dinge beachten: das richtige Format [h]:mm für Summen und die MOD-Funktion für Schichten über Mitternacht. Mit IF erfassen Sie Überstunden, mit der Multiplikation mal 24 erhalten Sie Dezimalstunden für die Abrechnung. So führen Sie Ihren Stundenzettel zuverlässig und ohne Rechenfehler.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum zeigt meine Stundensumme nur 0:00 an?

Das passiert, wenn die Summe über 24 Stunden steigt und die Zelle im normalen Uhrzeitformat steht. Excel beginnt dann wieder bei null. Stellen Sie das Zellformat über Strg + 1 → Benutzerdefiniert auf [h]:mm um. Die eckigen Klammern lassen die Stunden über 24 hinaus weiterzählen.

Wie rechne ich eine Schicht über Mitternacht korrekt?

Verwenden Sie die Formel =MOD(Ende-Start,1). Die MOD-Funktion korrigiert automatisch den Tageswechsel, sodass aus 22:00 bis 06:00 die richtigen 8 Stunden werden – statt eines negativen Werts mit Fehleranzeige.

Wie wandle ich Stunden in eine Dezimalzahl um?

Multiplizieren Sie die Zeitdauer mit 24, also =(Ende-Start)*24, und formatieren Sie die Zelle als normale Zahl. Aus 8:30 Stunden werden so 8,5. Diesen Dezimalwert können Sie direkt mit dem Stundenlohn multiplizieren, um den Lohn zu berechnen.

Über die Autorin

Lena Schmidt

Fachredakteurin

Lena Schmidt ist Fachredakteurin mit Schwerpunkt Büro-Software und Produktivität. Sie schreibt die Anleitungen und Ratgeber auf Excel Planung und erklärt Schritt für Schritt, wie man jede Vorlage richtig einsetzt – verständlich, geprüft und auf den deutschen Alltag zugeschnitten.